Tour 5: Der Jubiläumsgrat

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Der Jubiläumsgrat ist eine der spektakulärsten Gratüberschreitungen der Ostalpen.

Diese Route ist nur etwas für geübte Kletterer und Bergsteiger.

Diese hochalpine Gratüberschreitung solltest du am Besten mit einem Bergführer unternehmen.

Es handelt sich nicht um einen reinen Klettersteig, sondern um eine kräftezehrende Tour mit vielen Kletterstellen III. Grads.

Viele dieser Stellen sind komplett ungesichert.

Der DAV hat an einigen Stellen Drahtseilversicherungen und Eisenstifte angebracht.

Links und rechts geht es steil nach unten. Eine falsche Bewegung kann dir auf dieser Strecke das Leben kosten.

Deshalb sind Konzentration, Vorraussicht und eine gute Selbsteinschätzung unerlässlich.

Wetter, Wegfindung, Ausgesetztheit, Trockenheit und auch Länge der Tour machen den Weg zu einer ernsten alpinen Unternehmung.

Kraxle mit uns den Rücken der Zugspitze entlang und entdecke die Bergwelt die den meisten Wanderern verborgen bleibt.

Wir beschreiben hier nur die reine Strecke über den Grat. Du hast noch mehr Power? Dann kannst du gerne vom Tal aus starten. Dazu ist es möglich über Tour 3 durchs Höllental aufsteigen und über die Alpspitze wieder abzusteigen, oder umgekehrt.  Dafür empfehlen wir allerdings einen sehr frühen Aufbruch – ca. 02.00 Uhr morgens.


Verlauf der Tour über den Jubiläumsgrat auf die Zugspitze (für genaue Koordinaten siehe nachfolgende Wanderkarte)

Fakten

  • Ausgangspunkt: Garmisch – Partenkirchen, Parkplatz Zugspitzbahn
  • Stützpunkt: Münchnerhaus bei der Bergstation
  • Zustieg zur Wand: Auf dem Zugspitzplateau über die Absperrung in Richtung Zugspitzgipfel (goldenes Kreuz).
  • Höhe Einstieg: 2962 m
  • Reine Gehzeit: ca: 8 Stunden + 2 Stunden Abstieg von der Alpsitzbahn nach Hammersbach
  • Höhenunterschied: 770 Höhenmeter Gegenanstiege, ca. 3.000 Höhenmeter Gesamtabstieg (Zugspitze – Alpspitze – Hammersbach)
  • Anforderungen: Sehr gute Kondition, Schwindelfreiheit, Trittsicherheit, alpine Erfahrung, gute Selbsteinschätzung, Klettersteigerfahrung bis zu Schwierigkeitsgrad C
  • Ausrüstung: ausreichend Trinkwasser, Komplette Klettersteigausrüstung, Helm und Sicherungsseil für die Kletterstellen

Das solltest du über den Jubi wissen

Der Grat von der Alpspitze zur Zugspitze ist sieben Kilometer lang.

1894 feierte die DAV-Sektion München ihr 25-jährigs Jubiläum und spendeten 900 Mark um einen Jubiläumsweg zu bauen.

Damit man sich der Schwierigkeit des Weges bewusst ist wurde die Strecke „Jubiläumsgrat“ benannt.

Spätestens um 8.00 Uhr solltest du mit der Seilbahn vom Eibsee auf die Zugspitze fahren.

Die Strecke führt von der Zugspitze über die Innere und Mittlere Höllentalspitze vorbei an der Biwakschachtel (Grathüttl) zur Äußeren Höllentalspitze.

Im weiteren Verlauf zu Vollkarspitze und Grieskarscharte zum Hochblassen.

Letzter Gipfel ist die Alpspitze.

Bei schlechtem Wetter solltest du dein Unternehmen nicht durchführen.

Die Begehung des Grates ist dann sehr gefährlich.

Auf der gesamten Strecke gibt es nur eine Möglichkeit zum Fluchtabstieg. Diese führt über den Brunntalgrat und befindet sich in der Gratmitte, beim Abzweig zur Knorrhütte.

Und auch dieser Fluchtweg ist ebenso anspruchsvoll wie der Wanderweg selbst, allerdings nicht so blitzexponiert.

Erster Teil: Zugspitze – Abzweigung Knorrhütte

Vom Zugspitzplateau (2.962m) gehst du über den speckigen Fels zum Gipfel. Um diese Uhrzeit werden schon einige Touristen mit dir dort sein.

Nach einem kurzen Abstecher zum Zugspitzgipfel geht’s weiter.

Etwas unterhalb des Gipfels findest du die Abzweigung zum Höllentalanstieg.

Du folgst weiter dem kleinen Bergpfad bis zur ersten Kletterstelle.

Schon der erste Teil der Strecke, gleich nach dem Gipfel verlangt eine gute Portion Schwindelfreiheit und Trittsicherheit.

Hier geht es auf beiden Seiten ziemlich weit nach unten.

Solltest du diese Tour bei Schnee gehen ist es notwendig die Schneeverhältisse gerade auf den ersten Metern kritisch zu prüfen.

Dadurch wird die Sicherheit und das Tempo deiner Tour festgelegt!

Im Zweifelsfall solltest du deine Tour auf jeden Fall abbrechen. 

Wenn du vom Gipfel bis hier schon länger als eine Stunde gebraucht hast, solltest du lieber umkehren.

Dann ist diese Tour ein Stück zu groß für dich.

Wenn du gut durchgekommen bist, kletterst du abwärts bis zu einer glatten Rinne.

Diese ist eine Schlüsselstelle und wird mit Schwierigkeitsgrad 3- bezeichnet. Nehme dir deshalb die Zeit die du brauchst, um die Stelle sicher zu durchgehen.

Nach dieser Rinne geht’s wieder aufwärts.

Im weiteren Verlauf geht es Auf und Ab bis zum ersten Klettersteig. Dieser ist versichert durch ein Drahtseil (Schwierigkeitsgrad B).

Der Weg führt dich weiter zum Grataufschwung der Inneren Höllentalspitze.

Danach folgst du weiter dem Grat.

Hier sind ausgesetzte Klettersteige mit bis zu Schwierigkeitsgrad C zu durchklettern, bis du ziemlich frei in eine Scharte absteigen musst.

Dazu gehört auch ein etwas brüchiger Überhang. Rechts vom Grat steigst du dann zur Inneren Höllentalspitze (2741 m) auf.

Der Rest des Weges bis zum Abzweig zur Knorrhütte, erfordert zwar Konzentration, ist aber bei weitem nicht so schwierig.

Der Pfad führt dich rechts entlang des Grates nach oben. Danach der Abstieg zur beschilderten Abzweigung zur Knorrhütte.

Zweiter Teil: Abzweigung Knorrhütte – Alpspitze

Vom dem Schild das zur Knorrhütte verweist wanderst du über den Grat weiter.

Er führt dich über die Mittlere Höllentalspitze (2734 m) bis zur Höllentalgrathütte (Grathüttl 2684 m).

Das ist eine Biwakschachtel in der man zur Not übernachten kann.

Weiter des Weges dem Grat entlang passierst du die Äußere Höllentalspitze (2720 m).

Im weiteren Verlauf geht’s größtenteils absteigend, aber mit ziemlichem Auf und Ab, durch Klettersteige teilweise bis Schwierigkeitsgrad C bis zur Vollkarspitze (2630 m).

Anfang der 2000er Jahre brach der Westgipfel der Vollkarspitze und damit auch ein Teilstück der Sicherungen des Jubiläumsgrates ab.

Mit der neuen Wegführung (Schwierigkeitsgrad D, sehr ausgesetzt und luftig) stellt der Aufstieg auf diesen zweigipfligen Berg die klettersteigtechnische Schlüsselstelle des Jubiläumgrates dar.

Leicht zu erkennen ist der Abbruch am Nebengipfel an seiner ockerfarbenen Färbung.

Im Winter ist dieser Teil des Weges meistens mit Eis überzogen.

Hier musst du gleich am Anfang eine steile Kletterstelle durchqueren.

Das Drahtseil ist etwas ungünstig, direkt über dem Abgrund, angebracht. An diesem Stück ist es sinnvoll, wenn vorhanden, ein Klettersteigset mit zusätzlichen Prusik als Sturzsicherung in das Steilsahl einzubinden.

Dann kannst du dich am rechten Rand des Stahlseils hochangeln.

Nach der Vollkarspitze wird es wieder einfacher zu gehen.

Weiter entlang dem Zugspitz-Rücken Richtung Hochblassen (2703 m), dem östlichen Endpunkt des Jubiläumgrates.

An einer Abzweigung mit roter Markierung geht es linkerhand abwärts. Folge der Beschilderung „Grießkarscharte“.

Etwas unterhalb des Gipfels passierst du den Hochblassen und steigst in einer Rinne wieder bis zum Grat hinauf.

Dort angekommen geht’s kurz auf der Gratschneide weiter, dann weiter abwärts übers Geröll bis zur Grießkarscharte (2463 m).

Diese Scharte ist der Startpunkt für den Aufstieg zu deinem letzten Gipfel: Die Alpspitze (2628 m).

Der pyramidenförmige Gipfel gilt als das Wahrzeichen von Garmisch-Partenkirchen. Von vielen wird er als der schönste Berg der nördlichen Kalkalpen bezeichnet.

Wer schon genug vom Höhenrausch hat kann aber auch unterhalb des Gipfels linkerhand zur Alpspitz-Ferrata, ein dratseilgesicherter Steig, abzweigen.

Hier geht’s dann abwärts über den Abstiegsklettersteig.

Auch wer den Weg über den Gipfel der Alpspitze gewählt hat kommt beim Abstieg auf die Alpspitz-Ferrata.

Unten angekommen geht’s über die Wiesen bis hin zur Alpspitzbahn.

Von dort kannst du gemütlich mit der Bahn die Rückfahrt ins Tal antreten. Informiere dich am Besten bereits im Voraus über die aktuellen Fahrpläne und die letzte Talfahrt.

Wer zu Fuß absteigt sollte seine Kräfte gut einschätzen. Dann kommen nämlich zu den bisherigen 1.680 Abstiegsmetern der Tour noch weitere 1.345 m hinzu…

Fazit

Bei dieser Tour handelt es sich um eine anspruchsvolle und anstrengende Unternehmung.

Wenn du gut vorbereitet und ausgerüstet bist wirst du sie mit Sicherheit genießen können.

Wichtig ist, dass du dich gut einschätzt und die Warnungen und Hinweise beachtest.

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2 Gedanken zu “Tour 5: Der Jubiläumsgrat

  1. Hallo,
    ich verstehe einfach nicht wieso Ihr die Tour von der Gondel aus beschreibt! Das hat nichts mit Bergsteigen zu tun. Wenn ich doch so etwas mache dann wenigstens vom Fuß des Berges. Schlimm genug das dort eine Gondel hoch führt und wenn das schon der Fall ist macht bitte keine Werbung!

    • Hey Andre,
      damit hast du natürlich absolut recht!
      Vielen Dank für den Hinweis. Ich habe den Bericht etwas abgeändert und die Auf- und Abstiegsmöglichkeiten zu Fuß noch hinzugefügt für diejenigen die noch genug Power dafür haben.
      Gruß!

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