Die Partnachklamm – der ultimative Guide

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Du hast Zeit für einen Ausflug in die Natur und weißt nur noch nicht so recht wohin? Die Partnachklamm bietet dir einen Spaziergang auf einem kühn angelegten Steg. Du wirst durch meterhohe Felsformationen neben einem tosenden Wildwasserfluss geleitet. Aber wie ist die Klamm überhaupt entstanden?

Entstehung

Die Partnach entspringt im Zugspitzsmassiv und windet sich 18 Kilometer lang durch das Reintal. Der Name des Flusses kommt aus dem Indogermanischen („portn“, Pforte) und dem Althochdeutschen („aha“, Ache), ein zusammengesetztes Wort aus „Durchgang“ und „Wasserlauf“.

Unzählige Jahrtausende lang grub und vertiefte die Partnach ihr Flussbett durch Tonsteine, Kalkbänke und härtere Gesteinsschichten. Richtung Norden entstanden so im Laufe der Zeit insgesamt vier Klammen. Eine davon ist die Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen.

Der Name dieses Ortsteils (die frühere römische Reisestation „Partanum“) geht ebenfalls auf den Fluss zurück. Auch örtliche Straßennamen stehen in enger Verbindung mit der Partnachklamm (z.B. die Klammstraße, die Triftstraße und „Am Holzhof“).

Erste Nutzung

Wie man an den Straßennamen erkennen kann, wurde die Klamm seit Ende des 18.Jahrhunderts wirtschaftlich genutzt. Zu dieser Zeit wurde die Waldrodung oberhalb der Partnachklamm von den Freisinger Bischöfen zugelassen. Irgendwie mussten die ganzen Stämme ins Tal transportiert werden. Deshalb brachte man nach dem Schlagen jeweils ein Erkennungsmerkmal an die Stämme an und warf sie in die Partnach.

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So schwamm das Holz talwärts, durchquerte unter anderem die Partnachklamm und wurde in einem Seitenarm des Flusses an einer Sandbank wieder herausgefischt. Dieses „Triften“ fand im Frühjahr statt. So wurde die Schneeschmelze und die damit verbundene hohe Wasserführung des Flusses ausgenutzt. In den Klammen verfingen sich die Stämme jedoch häufig, verkeilten sich oder schoben sich aufeinander. Also mussten Holzarbeiter mit Hilfe von langen Holzstangen mit Dornen an der Spitze den Stau lösen und das Holz wieder in Fahrt bringen. Diese Arbeit war lebensgefährlich, da die Arbeiter dazu in die Klammen abgeseilt werden mussten. Um das Triften zu erleichtern, wurde die Partnachklamm ab 1886 erschlossen und der erste Triftsteig angelegt.

Heute kannst du immer noch Reste der Eisenträger finden, die früher knapp über dem Wasser in die steilen Felswände getrieben wurden. Mit Holzbohlen belegt boten sie einen notdürftigen Durchgang, von dem aus die Holzstämme durch die Klamm gelenkt werden konnten. Diese Arbeit wurde bis zu Beginn der 60er Jahre verrichtet, danach wurden große Forststraßen angelegt und das Triften verlor seine Bedeutung.

Tourismus

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Da seit der Erschließung der Partnachklamm schon die ersten wagemutigen Touristen anfingen, die Klamm zu bewandern, wurden die Wege ab 1910 noch weiter ausgebaut. Dabei wurden erhebliche finanzielle Belastungen und schwierige Bauarbeiten in Kauf genommen. Teilweise mussten sogar Stollen durch das Gestein gesprengt werden.

1912 war die Partnachklamm dann bereit für den Fremdenverkehr. 1914 wurde die Eiserne Brücke über den Fluss gelegt, die am nördlichen Klammeingang einen spektakulären Blick in die Schlucht ermöglicht. Weitere Wanderwege wurden erschlossen und ein Kutschenfahrbetrieb besteht bis heute.

Einige Fakten

  • Länge: 699 m
  • Gesamte Länge der Stollen: 247 m
  • Höchste Felswand: 86 m
  • Höhe der Eisernen Brücke: 68 m
  • Besucher pro Jahr: ca 300.000
  • Auszeichnungen: Seit 1912 Naturdenkmal, seit 2006 nationaler Geotop
  • Art der Wanderung: leicht, ca. 1 Stunde.

Sommer

wandern-zugspitze-partnachklamm-überschwemmungOb frühmorgens, mittags oder abends – zu jeder Tageszeit präsentiert sich die Klamm in einem anderen Licht. Bei gutem Wetter fluten die Sonnenstrahlen durch die Schlucht und lassen über sprühenden Wasserfällen herrliche Regenbögen entstehen.

Je nach Wetterlage bildet sich teilweise auch Nebel über dem tosenden Wasser. So wird die Stimmung in der Schlucht noch verstärkt. Auch bei Regenwetter und Hochwasser ist die Partnachklamm einmalig schön und einen Besuch wert.

Winter

Die Partnachklamm macht keine Winterpause. Du kannst sie auch bei Eis und Schnee bestaunen. Bizarre Eiszapfen säumen den Weg und bilden teilweise sogar ganze Vorhänge aus Eis. Das kristallklare Wasser des Flusses scheint noch blauer als sonst. Ein ganz besonderes flair entsteht, wenn die Sonne den Schnee noch zum Glitzern bringt. Ein wirklich eindrucksvolles Erlebnis mit Garantie für spektakuläre Fotos.

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Hinweise

Achte auf wetterfeste Kleidung. Auch im Sommer ist es in der Klamm kühl. Eine Jacke ist empfehlenswert. Diese sollte im Idealfall auch wasserdicht sein, denn selbst bei Sonnenschein rieselt und tropft das Wasser von den Felswänden. Regenschirme sind unpraktisch und sollten besser zu Hause bleiben. Festes Schuhwerk ist ein Muss. Die Wege sind manchmal aufgrund der Feuchtigkeit sehr glatt.

Große Menschen müssen an einigen Stellen den Kopf einziehen, da der Weg mit seinen Durchgängen ab und zu niedriger als 2 m ist. Fahrräder, Rollstühle, Kinderwägen und ähnliches sind generell verboten. Mit Sportbooten oder Kanus ist die Klamm aus Sicherheitsgründen ebenfalls nicht befahrbar. Angeleinte Hunde sind erlaubt.

Die Partnachklamm ist ein Stück Natur, das sich hin und wieder unvorhersehbar verhält. Hochwasser und Eisbrüche sind keine Seltenheit. Regelmäßig sind daher Instandhaltungsarbeiten nötig, um die Gefahr von Steinschlag zu verringern. Darüber hinaus werden die Trittbohlen sowie die Geländer ständig auf Schäden überprüft. Manchmal ist eine kurzfristige Schließung nötig.

Öffnungszeiten

  • Sommer
    Mai bis Oktober 8:00 – 18:00 Uhr
    Juli bis September 8:00 – 19:00 Uhr
  • Winter
    9:00 – 18:00 Uhr

Außerhalb dieser Öffnungszeiten ist die Klamm auf eigene Gefahr begehbar. An Feiertagen musst du damit rechnen, dass du dir die Klamm mit größeren Menschenmengen teilen musst.

Aus Sicherheitsgründen sind kurzfristige Schließungen manchmal unumgänglich. Wenn du eine weite Anreise hast und gerne vorher wissen möchtest, ob die Klamm auch wirklich offen ist, bekommst du von der Klammkasse die nötigen Infos. Hier die Telefonnummer: 08821/3167. Auf der Website der Klamm kannst du dich ebenfalls informieren.

Eintrittspreise

  • Erwachsene 4,00 €
  • Kurgäste und Einheimische (von Garmisch-Partenkirchen, Grainau, Farchant, Oberau, Eschenlohne, Krün, Wallgau, Mittenwald mit entsprechendem Ausweis oder Kurkarte) 3,50 €
  • Kinder und Jugendliche von 6 bis 16 Jahren 2,50 €
  • Behinderte (mit entsprechendem Ausweis ab 50% GdB) 2,50 €
  • Gruppen ab 15 Personen pro Person 3,00 € (Erwachsene), bzw 2,00 € (Kinder), Reiseleiter frei.
  • Familienkarte (zwei Erwachsene mit eigenen Kindern) 9,50 €, Kurgäste und Einheimische 8,50 €

Essen und Trinken

Es gibt vor und nach der Klamm ausreichend Möglichkeiten zum Einkehren. Wer auch noch bis zum Gipfel des Eckbauers wandern will, kann sich dort gemütlich auf der Terrasse der Eckbauer-Hütte niederlassen und sich die wohlverdiente Erfrischung gönnen.

Wie komme ich hin?

Die A95 führt dich von München aus Richtung Garmisch-Partenkirchen. Dort geht sie in die Bundesstraße B2 über, auf dieser gelangst du zum Olympia-Skistadion. Folge dazu einfach den Schildern. Das Auto parkst du am besten direkt am Stadion. Hier die Adresse: Karl-u.-Martin-Neuner-Platz, 82467 Garmisch-Partenkirchen

Am Wochenende empfiehlt sich allerdings die Fahrt mit dem Zug, da zu dieser Zeit Stau nicht ungewöhnlich ist. Wenn du mit dem Zug angereist bist, kannst du mit den Buslinien 1 und 2 direkt zum Stadion fahren. Von dort aus ist die Partnachklamm bequem zu Fuß in ca. 20 Minuten erreichbar. Noch komfortabler ist die Fahrt mit der Kutsche, dafür gibt es eine Haltestelle hinter dem Stadion.

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Fazit

„Ein tolles Erlebnis für Jedermann.“
„Nicht verpassen!“
„Ein leicht zu erreichendes Naturschauspiel für alle Altersklassen.“
„Atemberaubend!“
Das sind nur einige wenige Stimmen von Besuchern, die bereits dort waren. Du wirst sicherlich genauso begeistert von deinem Ausflug zurückkommen. Die Partnachklamm wird dich nicht enttäuschen. Am Ende der Klamm kannst du auch direkt zur Partnach hinuntergehen, die im breiten Flussbett überhaupt nicht so reißend aussieht, wie sie sich wenige Meter vorher noch präsentiert hat. Im Sommer ist es auch möglich dort die Füße ins kalte Wasser halten.

Und weiter?

Du möchtest nach Besichtigung der Klamm noch weiterlaufen? Kein Problem! Du findest im Bereich der Klamm viele einladende Wanderwege auf denen die wilde Schönheit der Natur so richtig zur Geltung kommt. Soll es eine leichte Tour zur nächstgelegenen Almhütte sein? Oder doch lieber eine anspruchsvolle Wanderung zum Zugspitzgipfel oder zum Schachenschloss? Das liegt ganz bei dir.

2 Gedanken zu “Die Partnachklamm – der ultimative Guide

  1. Wir sind bei strömenden Regen losgelaufen von der Partnachklamm. Ab der Raintalangerhütte sind wir bis zu einem Geröllfeld gekommen da hat der Schnee unsere Tour beendet. Wir haben keine Markierung mehr entdecken können. Bis dahin hatten wir ca.17 km absolviert. Da wir gelesen haben das es einen Wanderweg gibt fragen wir uns ob wir auf eine falsche Strecke geraten sind. Wir haben die Knorrhütte nicht gesehen und befanden uns mitten im.Geröll? Weisst Du wo wir evtl einen Fehler gemacht haben?

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