Eine Seltenheit: Der Eibsee

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Der Eibsee.

Funkelnder Kristall am Fuß der Zugspitze. Nicht nur für den Tourismus und die Einheimischen ein Ort mit Charakter. Der See kann auf eine seltene Frühgeschichte zurückblicken.

Bevor wir auf die einzelnen Aktivitäten und die Geschichte eingehen möchten wir euch die wichtigsten Fakten vorstellen.

Kurzfakten

Der See liegt auf 973,28m und gilt als einer der schönsten und saubersten Seen in den bayrischen Alpen. Er ist bekannt für sein türkies getöntes Wasser. Seinen Namen hat er von den Eiben die früher um den See herum weit verbreitet war. Heutzutage findet man sie nur noch vereinzelt um den See und in den angrenzenden Wäldern.

Der Eibsee ist 2450 m lang, 850 m breit. Je nach Wasserstand ist er bis zu 35 m tief und besitzt entlang der Nordseite sieben Inseln. Er gehört zur Gemeinde Grainau und ist im Privatbesitz der Familie des Eibsee-Hotels.

Aktivangebote auf und um den See

Jeder Naturliebhaber kommt am Eibsee auf seine Kosten. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Angebote zusammengefasst.

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Eine Eibe

Umrunde den Eibsee!

Du suchst eine einfache Wanderung? Die komplette Umrundung des Eibsees dauert nur ca. 2h und ist sehr leicht zu gehen. Ein idealer Spaziergang für die ganze Familie, auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl. Es sind etwa 7 km und nur etwa 50 Höhenmeter zurück zu legen und auf der ganzen Strecke ist der Weg gut ausgebaut. Auch Einkehrmöglichkeiten sind vorhanden.

Vom Parkplatz brauchst du nur hinunter zu See gehen. Von dort aus kannst du in beiden Richtungen den See umrunden. Von Anfang bis Ende wirst du mit einer Panorama-Aussicht auf den idyllischen See und die Inseln belohnt.

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Blick auf den See

Das Schönste sind die malerischen Buchten und Freibadeplätze die zum Schwimmen einladen. Diese laden an heißen Sommertagen zu einer Erfrischung ein .

Wenn du lieber eine längere Wanderung gehen möchtest findest du hier mit Sicherheit Deine Tour.

Eine Runde mit dem Boot gefällig?

Der ruhige See lädt auch zu einer Bootsfahrt ein. Vom ganzen See aus kannst du den Ausblick auf die Zugspitze genießen, die neben dem Eibsee aufragt.

Am Eibsee kannst du dir ein Boot mieten oder selbst eines mitbringen und auf eigene Faust eine Rundfahrt auf den See unternehmen. Zwischen September und Mai ist der Bootsverleih geschlossen. In dieser Zeit musst du mit einem selbst mitgebrachten Boot fahren..

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Bootsverleih am See

Angeln – Belohnung für’s Warten!wandern-zugspitze-garmisch-abenteuertipps-angler

Am Eibsee gilt die Angelsaison vom 1. Mai bis zum 1. Oktober. Dort kannst du hauptsächlich Hechte, Bachforellen, Regenbogenforellen, Renken, Karpfen, Schleien und verschiedene Weißfischarten angeln. Da sich der See in Privatbesitz befindet, ist das Fischen ist allerdings nur für Hotelgäste mit einem vom Eigentümer ausgestellten Erlaubnisschein gestattet.

Eine spannende Geschichte

Der Bergsturz

Wenn Du am Eibsee unterwegs bist, wird dir warscheinlich schnell auffallen, wie unruhig das Relief ist. Überall liegen Felsblöcke herum und auch im See befinden sich einige kleine Inseln. Das liegt an der interessanten Frühgeschichte die der Eibsee erzählen kann.

Das Seebecken entstand durch den Isar-Loisach-Gletscher, der sich am Ende der letzten Eiszeit langsam zurückzog. Die dadurch entstandene Senke füllte sich nach und nach mit Wasser und bildete den ehemaligen Eibsee. Die heutige Zugspitze war damals warscheinlich höher als 3000m.

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Felsblock am Grainauer Rathaus – stummer Zeuge

Vor ca. 3400 – 3700 Jahren ereignete sich ein gewaltiger Bergsturz. Ein gewaltige Bergfläche, zwischen der heutigen Zugspitze und der Großen Riffelwand brach ab und rutschte ins Tal. Der in Bewegung geratene Fels hatte eine Größe von 13 km²  und ein Volumen von 400 Millionen m³. Man schätzt, dass bei diesem Ereignis eine Energie freigesetzt wurde, wie bei der Explosion von ca. 2,9 Megatonnen TNT (ca. 220 Hiroshima-Bomben).

Woher man das weiß? Radiokarbondatierungen verschütteter Hölzer zeugen von diesen Massenbewegungen von Felsen und Bäumen. Hauptsächlich der östliche Teil des Sees wurde von den Felsmassen durchquert. Der Rest prallte gegen den gegenüberliegenden Hohen Seeberg und wälzte sich als mächtige Sturzflut Richtung Tal. Reste dieses Bergsturzes lassen sich am Hohen Seeberg noch bis auf 1250 Hm nachweisen. Laut Georadarmessungen erstreckte sich die Felsflut über Grainau hinaus bis Richtung Garmisch. Das Ganze dürfte gerade einmal 5 Minuten gedauert haben.

Felsblöcke und Schutt des Bergsturzes lassen sich im ganzen Gelände wiederfinden. Direkt neben dem Rathaus von Grainau kannst du einen solchen Felsblock besichtigen.

Mehr Hintergrundinformationen und zum Bergsturz und dessen Auslöser findest Du hier.

Durch diesen gewaltigen Kräfte veränderte sich natürlich die gesamte Gestalt des Sees. So entstanden beispielsweise die 29 Mulden und 8 Inseln des Eibsees. Auch komplett abgeschnürte Buchten und eigene benachbarte Seen, wie beispielsweise der Frillensee entstanden dadurch. Deshalb sind die Vertiefungen und die Inseln geologisch viel jünger als das Seebecken selbst. Das ist eine Seltenheit.

Der See ist zudem ein Blindsee. Er hat keinen oberirdischen Abfluss. Das Wasser kann nur unterirdisch abfließen oder versickern. Die einzigen nennenswerten Zuflüsse sind der Kotbach und der Weitenbach.

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Die Inseln nach Nummern:

  1. Almbichl (Alpenbühl, Alpenbüchel)
  2. Ludwigsinsel (Heißenbüchel)
  3. Scheibeninsel (Scheibenbüchel)
  4. Maximiliansinsel (Schöne Insel)
  5. Schönbichl (Schönbühl, Schoenbüchel)
  6. Braxeninsel
  7. Sasseninsel (Saßenbüchel)
  8. Steinbichl (Steinbühl, Steinbergl)

Fazit

Der Eibsee lädt zum Entspannen ein und bietet die verschiedensten Freizeitmöglichkeiten. Das auffällige Aussehen des Sees ist auf die „wilden Zeiten“ der Zugspitze zurück zu führen. Hoffentlich wiederholen sich diese Zeiten nicht…

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Ja, ich habe schon auf der FAQ Seite nach einer Antwort gesucht.