Die 3 Gletscher

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Drei atemberaubend schöne Gletscher befinden sich im Zugspitzmassiv.

Der Höllentalferner.

Der Südliche Schneeferner.

Und der Nördliche Schneeferner.

Aber immer wieder hört man in den Medien: wie sieht es um ihre Zukunft aus?

Diese Frage möchten wir in diesem Beitrag näher beleuchten.

Der Höllentalferner

Südlich des Jubiläumsgrates, nordöstlich der Zugspitze befindet sich der Höllentalferner. An dieser Stelle sammeln sich enorme Mengen an Lawinen-Schnee. Durch den Jubiläumsgrat wird der Höllentalferner gut vor der Sonne geschützt. Aus diesem Grund verliert dieser Gletscher auch nicht so schnell wie andere Gletscher seiner Größenordnung an Fläche. Der höchste Punkt dieser Eisfläche befand sich 2006 auf 2569 m und sein niedrigster auf 2203 m.

Der Nördliche Schneeferner

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Der Höllentalferner

Um das Jahr 1820 war das komplette Zugspitzplatt vergletschert. Diesen großen Gletscher nannte man Plattachferner. Davon sind allerdings nur noch der Nördliche und der Südliche Schneeferner übrig geblieben.

Im Südwesten der Zugspitze befindet sich zwischen Zugspitzeck und Schneefernerkopf der Nördliche Schneeferner. Er ist mit einer Fläche von 0,278 km² (2009) der größte deutsche Gletscher. In den steilen Flanken des Gletschers kann die Fließgeschwindigkeit mehrere Meter pro Jahr betragen. An den meisten Stellen beträgt sie allerdings nur 25 bis 30 cm pro Jahr.

Durch die global steigenden Temperaturen schmilzt auch die Zugspitz-Gletscherfläche. 1910 war er noch 85 Meter dick, heute sind es nur noch etwa 45 Meter. In sehr heißen Jahren, wie dem Rekordsommer 2003 gibt der Gletscher jeden Tag 35.000 m³ Wasser ab. Hier spricht man dann schon von „Gletscherrauschen“. Dieses „Rauschen“ entsteht durch die enormen Wassermassen die die Schmelzwasserbäche erzeugen.

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Der nördliche Schneeferner

In den letzten Jahren wurde der Nördliche Schneeferner künstlich genährt um die Skisaison zu verlängern. Dabei wurden große Mengen an Schnee mit Pistenraupen auf den Gletscher geschoben.

Im Sommer wird der nördliche Schneeferner seit 1993 Jahr für Jahr mit Lastwagenplanen abgedeckt um ihn vor der Sonneneinstrahlung zu schützen. Dabei geht es allerdings mehr um den Schutz des Skigebietes als um den Gletscher selbst.

Der Südliche Schneeferner

Der Südliche Schneeferner erstreckt sich bis hoch zum Grat. So ist er der immensen Sonneneinstrahlung ungeschützt ausgesetzt. Mittlerweile ist er durch einen Fels in zwei Teile geteilt, der durch die Schmelze zum Vorschein gekommen ist.

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Der nördliche Schneeferner und Reste des südlichen Schneeferners

Es wird bereits darüber diskutiert, ob der Südliche Schneeferner noch als Gletscher bezeichnet werden kann. Man kann davon ausgehen, dass der Südliche Schneeferner in den nächsten Jahren komplett verschwinden wird.1979 hatte der Gletscher seinen letzten Hochstand, mit einer Fläche von 31,7 ha. Heute hat er nur noch 4,8 ha (2009).

Gletschertourismus

Auf dem Zugspitzgletscher gibt es Gletscherführungen. Auch ein interaktiver Erlebnisweg und eine Rodelpartie werden angeboten. Für die Kids ist der AlpinPark ein unvergessliches Erlebnis.

Fazit

Im Zugspitzmassiv befinden sich drei wunderschöne Gletscher – bis jetzt. Der Höllentalferner hat von allen dreien die höchsten Überlebenschancen, da er im Schatten der Felsen über ihm liegt. Der nördliche und vor allem der südliche Schneeferner dagegen kämpfen ums Überleben.

Bildnachweis: Eigenes, Höllentalferner © by Sebastian Stürzl, Schneeferner © by Svíčková, Schneeferner © by Gerdt.

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